Chiliöl selber machen: Rezept mit gerösteten Thai-Chiliflocken
Chiliöl selber machen ist einfacher, als Du denkst: Öl, Chiliflocken, Knoblauch, Schalotten – und in einer knappen halben Stunde steht ein Glas auf dem Tisch. In Thailand heißt es Nam Man Prik (น้ำมันพริก) und würzt Nudelsuppen, Reis und Gebratenes. Hier zeigen wir Dir unser Grundrezept und die drei Punkte, an denen es meistens schiefgeht.
Zutaten für ca. 250 ml Chiliöl
- 250 ml raffiniertes Rapsöl oder Erdnussöl
- 4 EL geröstete Thai-Chiliflocken (Prik Pon)
- 1 EL Paprikaflocken oder edelsüßes Paprikapulver (für Farbe, optional)
- 4 Knoblauchzehen, fein gehackt
- 2 Schalotten, in feine Ringe geschnitten
- 1 Scheibe Ingwer (ca. 2 cm)
- 2 Kaffirlimettenblätter (optional, für den Thai-Twist)
- 1 TL Szechuanpfeffer, ganz (optional, für das Kribbeln)
- 1 EL Sesam (optional)
- 1 TL Salz
Zubereitung
- Schüssel vorbereiten: Chiliflocken, Paprika, Sesam und Salz in eine hitzefeste Schüssel aus Glas, Keramik oder Edelstahl geben. Kein Kunststoff – das Öl wird sehr heiß.
- Aromen ins Öl: Öl mit Ingwer, Kaffirlimettenblättern und Szechuanpfeffer in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze erwärmen und etwa 5 Minuten ziehen lassen. Dann alles mit einem Schaumlöffel herausnehmen.
- Schalotten und Knoblauch frittieren: Die Schalotten im Öl unter Rühren goldbraun frittieren, das dauert etwa 5 bis 8 Minuten. Herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Danach den Knoblauch 1 bis 2 Minuten hellgold frittieren und ebenfalls herausnehmen – Knoblauch wird sehr schnell bitter.
- Öl abkühlen lassen: Das Öl auf etwa 120 bis 130 °C abkühlen lassen. Ohne Thermometer: Eine einzelne Chiliflocke sollte leise zischen und nicht sofort schwarz werden.
- Übergießen: Das Öl in zwei bis drei Portionen über die Chiliflocken gießen und jedes Mal umrühren. Es zischt und duftet – genau so soll es sein.
- Fertigstellen: Vollständig abkühlen lassen und Schalotten und Knoblauch wieder unterrühren. Für maximalen Knusper bewahrst Du sie getrennt auf und gibst sie erst beim Servieren dazu.
Aufbewahrung: In ein sauberes Glas füllen, im Kühlschrank lagern, das Crisp sollte bei sauberen Gläsern mehrere Wochen haltbar sein. Selbst gemachtes Öl mit Knoblauch und Zwiebeln ist nicht konserviert und gehört nicht länger bei Zimmertemperatur ins Regal.
Welches Öl für Chiliöl?
Am besten ein neutrales, hitzestabiles Öl: raffiniertes Rapsöl, Erdnussöl oder Sonnenblumenöl. Es schmeckt nicht vor und hält die Temperaturen beim Frittieren aus. Kaltgepresstes Öl und natives Olivenöl sind weniger geeignet – sie bringen Eigengeschmack mit und vertragen hohe Hitze schlechter. Warum wir in unserer Manufaktur auf Rapsöl setzen, liest Du in unserem Vergleich von Rapsöl, Kokosöl und Sojaöl.
Mit frischen oder getrockneten Chilis?
Für Chiliöl nimmst Du getrocknete Chilis. Frische Chilis enthalten viel Wasser: Sie spritzen im heißen Öl, werden nicht knusprig und machen das Öl deutlich kurzlebiger. Geröstete Chiliflocken bringen außerdem schon das rauchige Aroma mit, das gutes Chiliöl ausmacht. Frische Chilis spielen ihre Stärke lieber in Dips wie Nam Pla Prik aus.
Vom Chiliöl zum Chili Crisp
Chiliöl und Chili Crisp sind Verwandte, aber nicht dasselbe. Beim Chiliöl spielt das Öl die Hauptrolle. Beim Chili Crisp ist es umgekehrt: Der Löffel ist voll mit knusprigen Zutaten – Röstzwiebeln, Erdnüsse, Knoblauch, Sesam, geröstete Klebreiskörner. Jede davon braucht ihre eigene Röstzeit, sonst ist das eine schon schwarz, während das andere noch weich ist. Genau das macht Chili Crisp so aufwändig.
Wenn Du dir das sparen willst: Unsere drei Sorten Mango Madness, Szechuan Storm und Pepper Punch stellen wir in unserer eigenen Manufaktur her – ohne zugesetzten Zucker und ohne künstliche Geschmacksverstärker. Alle drei zum Probieren gibt es im Chili Crisp 3er Set, die ganze Auswahl in unserer Kollektion Chili Crisp & Chili Crunch.
Mehr über das Gewürz, das für das Kribbeln sorgt, erfährst Du in unserem Ratgeber Szechuanpfeffer.